Nachhaltiges Design wird meistens mit Disziplinen aus dem Bereich Produktdesign in Verbindung gebracht, da das produzierende Gewerbe in aller Regel in viel größerem Maße ökologische Ressourcen in Anspruch nimmt. Fast immer hat hier auch die »Supply Chain« eine wesentlich größere Bedeutung. Jedoch sind auch im Kommunikationsdesign Nachhaltigkeitsaspekte sehr wichtig. Beispielsweise bei der Auswahl zertifizierter Papiere und Druckfarben oder beim Einsatz von klimaneutralen Servern beim Webseitenhosting spielen Aspekte der Nachhaltigkeit eine große Rolle. Nicht zuletzt bei der Entscheidung ob ein großes Printprojekt aus ökonomischen Gründen in Fernost produziert wird, werden wir direkt mit »Supply Chain«-Themen des fairen und sozialverträglichen Handels konfrontiert. 

An der HFG Ulm wurde in der Tradition des Bauhaus die These design follows function gelehrt, da man sich immer noch stark von überflüssigen, bürgerlichen Dekorvorstellungen befreien musste. Die Memphis-Bewegung bescherte uns in den 80er Jahren die Losung design follows emotion und läutete in einer Art Post-Pop Ära eine anything goes-Dekade ein. Mike Miré verantwortete in den 90er Jahren die inspirierende These design follows dignity. KontextKommunikation formuliert heute in dieser Tradition: design follows values. Grundsätzlich bevorzugen wir anstelle des Begriffes Nachhaltigkeit die Formulierung Dimensionen der Verantwortung.